mit Prof. Dr. Gerd Schwerhoff (TU Dresden) - Der Bauernkrieg von 1525 erfasste den gesamten Süden des Alten Reiches und erschütterte die feudale Ordnung so stark wie kein Aufstand vorher oder nachher. Die anonymen Zwölf Artikel der Bewegung waren mit ihren 25 bekannten Auflagen die erfolgreichste Flugschrift der frühen Reformationszeit überhaupt. Zweifellos wurde hier und in vielen anderen Schriften mehr Gerechtigkeit für den gemeinen Mann eingefordert. Dabei verdeutlicht das zentrale Schlagwort von der göttlichen Gerechtigkeit , wie sehr diese Forderung mit Glaubensfragen verknüpft war. Aber wurde damals im umfassenden Sinn eine neue Ordnung angestrebt, oder ging es lediglich in einem graduellen Sinn um mehr Gerechtigkeit? War der Bauernkrieg eine Revolution oder nur eine Revolte? Und wie verhielt sich die Praxis des Aufstandes zu seinen programmatischen Entwürfen?
Organisator: Institut für Geschichte