Diskursgewitter: Die Aufklärung vor Europa retten
19.5. | 17-19 Uhr | kostenfrei | online
Vortrag von Prof. Dr. Nikita Dhawan
Während sich Europa als Verfechter emanzipatorischer Normen wie Gleichheit, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte versteht, wirft die postkoloniale Kritik ihm vor, dass dieses Selbstbild als Träger der Aufklärung nur durch das Ausblenden kolonialer Gewalt, Sklaverei und Genozids aufrechterhalten werden kann. Um postkoloniale Utopien zu realisieren, bedarf es der Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten, intellektueller Demut im Umgang mit eigenen Fehlern und einer Politik, die Verantwortung und Respekt gegenüber dem nicht-europäischen Anderen in den Mittelpunkt stellt.
Anmeldung unter: cmc.sekretariat@uol.de
Diskursgewitter: Die beleidigte Republik oder: Das Strafrecht ist kein Symbol
9.6. | 17-19 Uhr | kostenfrei | CORE
Vortrag und Diskussion von Özge Inan
Im Internet und auf der Straße, in den Buchhandlungen und Universitäten weht der rauhe Wind des Strafens. Wer Memes über Politiker postet, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Satirische Posts können Ermittlungen nach sich ziehen, manchmal Gerichtsverfahren, Geldstrafen. Zugleich werden in Politik und Gesellschaft verschiedene Maßnahmen diskutiert, etwa strengere Sanktionen für Angriffe auf bestimmte Berufsgruppen oder der Umgang mit extremen politischen Positionen im Kontext von Wahlen. Diese Entwicklungen werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteur*innen getragen und begründet, etwa mit dem Ziel, Schutz vor Gewalt, Diskriminierung oder Desinformation zu verbessern. Dabei stellt sich jedoch die grundlegende Frage, welche Rolle das Strafrecht in einer offenen Gesellschaft einnehmen sollte – insbesondere dort, wo soziale und politische Konflikte verhandelt werden. Das Strafrecht ist das schärfste Schwert des Staates und hängt immer tiefer über unseren Köpfen. Vor diesem Hintergrund soll diskutiert werden, wie sich aktuelle Tendenzen zu verstärkter Regulierung und Sanktionierung im Kontext von Demokratie- Menschenrechtsbildung einordnen lassen und welche Alternativen es möglicherweise gibt. Welche Chancen und Risiken sind mit einer Ausweitung strafrechtlicher Instrumente verbunden? Und wie lässt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Freiheit, Schutz und staatlichem Eingreifen gestalten?
Diskursgewitter: Don´t Get Silent – Gemeinsam gegen digitale Gewalt
16.6. | 17-19 Uhr | kostenfrei | CORE
Workshop mit Ella Lassner von Hate Aid
Digitale Gewalt kann jede und jeden treffen! HateAid setzt sich für Menschenrechte im digitalen Raum ein und unterstützt Menschen, die dort angegriffen werden. Mit Beispielen aus unserer Beratung zeigen wir, was digitale Gewalt ist und wo sie herkommt. Gemeinsam erarbeiten wir, wie man sich davor schützen kann und geben Tipps wie man sich im Akutfall verhalten kann.
Diskursgewitter: Zugang verwehrt – wie Klassismus die Gesellschaft prägt
23.6. | 17-19 Uhr | kostenfrei | CORE
Vortrag mit Prof. Dr. Francis Seeck
Klassismus bezeichnet die Diskriminierung entlang sozialer Herkunft oder sozialem Status. Betroffen sind insbesondere Menschen aus der Arbeiter*innen- und Armutsklasse, etwa erwerbslose, armutsbetroffene oder wohnungslose Personen. In dem Vortrag wird in diese oft vergessene Diskriminierungsform eingeführt. Der Vortrag führt in zentrale Perspektiven der Klassismuskritik ein und diskutiert, wie Klassenverhältnisse gesellschaftliche Strukturen prägt. Aus einer intersektionalen Perspektive wird zudem reflektiert, in welcher Weise Klassismus mit anderen Ungleichheitsverhältnissen, etwa Rassismus oder Transfeindlichkeit, verflochten ist. Der Vortrag diskutiert abschließend, welche Impulse klassismuskritische Perspektiven eröffnen können, um soziale Ungleichheiten sichtbar zu machen und demokratische Teilhabe zu stärken.