oldenburg_langestrasse_lappan_quer_2012_vb_0153_flat, © OTM | Verena Brandt

Lappan

Lappan

Der Lappan war ursprünglich ein Alters- und Pflegeheim mit Kapelle für die Armen, das Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Als „Heiliggeist-Haus“ wurde es im Januar 1351 das erste Mal erwähnt und gilt somit als ältestes Gebäude in Oldenburg. Der Orden der Brüder vom Heiligengeist hat maßgeblich zur Entwicklung des Hospitalwesens beigetragen. 1467/68 erhielt die Kapelle den markanten gotischen Backsteinturm, der noch immer am nördlichen Rand der Innenstadt in Richtung Brunneneck (mundartlich bekannt als Lefferseck) emporragt.

Oldenburgs erster Kirchturm

Weil die St.-Lamberti-Kirche damals nur ein niedriges Glockenhaus besaß, gilt der 35 Meter hohe Turm des Lappan als erster Kirchturm der Stadt (die Höhe des Unterbaus aus Backstein beträgt davon ca. 16 m. Somit ist das Dach höher als der Unterbau). Nach der Reformation wurde die Kapelle säkularisiert und fortan als Wohnraum genutzt. Als Lappan wurden damals die Nebengebäude bezeichnet, die an das Hauptgebäude angeschlossen („angelappt“) waren. Im Jahre 1909 wurde der Lappan restauriert, wodurch er seine heutige Gestalt erhalten hat. Die im Lappanturm hängende Glocke hängt dort seit 1731. Ihre Inschrift lautet „Gott lasse meinen Klang ergehen zu seines Namens Ehr und Besten dieser Stadt. Heute wird nur noch der Turm als Lappan bezeichnet. Das angrenzende Gebäude beherbergt seit 2018 die Tourist-Info der Stadt Oldenburg.