<a href="https://maps.google.com/maps/contrib/109583824479095604348/photos">Melissa Duplechin</a>, © google

Lappan

Wahrzeichen, erster Kirchturm, ältestes Gebäude der Stadt oder sogar „Steh im Weg“ - über den Lappan gibt es viel zu erzählen:

Die Anfänge 

Begonnen hat alles zwischen 1350 – 1355. Zu dem Zeitpunkt wurde an der nordöstlichen Seite des Stadtwalls ein Armendhaus und eine Kapelle angelegt, als kirchliche Stiftung und dem heiligen Geist gewidmet. Der Orden der Brüder vom Heiligengeist gewann neben anderen Orden überregionale Bedeutung für die Weiterentwicklung des Hospitalwesens. Somit entstand in Oldenburg eine wohltätige Stiftung (Heiligengeistspital) als Krankenhaus und Alters- und Pflegeheim für die ärmere Bevölkerung. 1467/68 folgte der markante gotische Backsteinturm. Der Turm war der erste Kirchturm in der Stadt, da die St. Lambert-Kirche damals nur ein niedriges Glockenhaus besaß. Der Komplex bestand im Mittelalter aus drei Teilen: Armenhaus zum heiligen Geist, Kapelle und Turm mit damals noch gotischem Helm. Das benachbarte, später angelegte Stadttor erhielt deswegen auch die Bezeichnung „Heiligengeisttor“. Es wird vermutet, dass das Armenhaus bereits im Mittelalter geschlossen wurde (es gibt keine Urkunden mehr). Nach der Reformation wurde die Kapelle verweltlicht (säkularisiert) und das Kirchenschiff diente nicht mehr kirchlichen, sondern weltlichen Zwecken (Wohnraum). Um die laufenden Kosten für den Unterhalt des Komplexes bezahlen zu können, war die Stadt auf weitere Einnahmen angewiesen. Somit wurde der untere Raum des Turmes als Schenke eingerichtet und verpachtet. Der Name Lappan galt ursprünglich, so wird vermutet, den Nebengebäuden, die an das Hauptgebäude angebaut (angelappt) wurden. Heute wird nur der Turm mit diesem Ausdruck bezeichnet.

17. bis 19. Jahrhundert

Der Komplex samt Turm wurde während des großen Stadtbrandes 1676 stark beschädigt. Seine heutige Renaissance-Haube erhielt der Lappan erst 1709 im Zuge des Wiederaufbaus. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt etwa 35 m, die des Unterbaus aus Backstein nur etwa 16 m. Somit ist das Dach höher als der Unterbau. Die im Lappanturm hängende Glocke hängt dort seit 1731. Ihre Inschrift lautet „Gott lasse meinen Klang ergehen zu seines Namens Ehr und Besten dieser Stadt. Im 19. Jahrhundert nahm der Verkehr in der Innenstadt stark zu und der Turm wurde zum Engpass und „Steh im Weg“. Der geplante Abbruch konnte durch Engagement von Bürgern und mit Unterstützung des damaligen Herzog Peter Friedrich Ludwig verhindert werden.

20. Jahrhundert

Im Jahre 1909 wurde der Lappan restauriert, wodurch er seine heutige Gestalt erhalten hat. Die alten Gebäude wurden abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus mit großen Schaufenstern ersetzt. Genutzt wurde es dann über einen langen Zeitraum von der Kunsthandlung Carl G. Oncken (als Hofkunsthandlung 1867 gegründet). Der Lappan diente der Papier- und Kunsthandlung als Geschäfts- Wohn- und Ausstellungshaus. Die erste Ausstellung im Lappan zeigte Werke von Max Liebermann und der Brücke-Maler wie Erich Heckel. Der aus Sachsen stammende Maler und Grafiker Erich Heckel (1883-1970) gehört zu den Wegbereitern einer Revolution in der bildenden Kunst. Der Mitbegründer der "Brücke", für die er 1905 Maler wie Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gewann, gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Expressionismus. Heckel war und ist vor allem für seine frühen blockhaften Holzschnitte bekannt.  Er entwarf ein Plakat für die Kunsthandlung Oncken und machte den Turm, in dem die Ausstellungen stattfanden, sogleich damit berühmt. In großen Lettern prangt der Name „LAPPAN“ unten auf dem Plakat.
Die letzten umfangreichen Renovierungsarbeiten am Gebäude erfolgten 1989 (Erneuerung des Kupferdaches, Ausbesserung der Holzkonstruktion) und 2018 (Sanierung der Innenräume, barrierefreier Zugang). Ab September 2018 beheimatet er die Oldenburg-Info.

Online Bewertungen

zum Lappan

Busbahnhof halt. Nicht sehr schön und oft auch dreckig. Aber man kommt super von A nach B. Auf jeden…
Anonym
11.08.2018
Ein schöner und vor allem zentraler Umstiegs- und Sammelplatz in Oldenburg. Von hier fährt nahezu…
Anonym
24.06.2018
Bin mir nicht sicher was hier schön ist, paar alte Gebäude, Müll und ein Platz der geplfastert ist…
Anonym
23.06.2018
Der Glockenturm ist richtig schön...toll, das er noch so gut erhalten ist - gilt ja auch als…
Anonym
08.04.2018
Öffentlicher Platz - tagsüber ok nachts gruselig
Anonym
11.08.2018