oldenburg_touristinfoschild_lappan_aussen_ss_2018, © OTM/ Sascha Stüber

Lappan

Erster Kirchturm, ältestes Gebäude der Stadt oder sogar „Steh im Weg“ - der Lappan ist ein Wahrzeichen mit Geschichte, über den es viel zu erzählen gibt:

Die Anfänge 

Begonnen hat alles zwischen 1350 – 1355. Zu dem Zeitpunkt wurde ein Armendhaus und eine Kapelle angelegt, als kirchliche Stiftung und dem heiligen Geist gewidmet. Als Standort wurde ein – damals noch – abgelegenes Grundstück am nördlichen Stadttor gewählt. Das Heiliggeist-Haus wurde erstmals am 5. Januar 1351 erwähnt, als die Grafen Johann und Konrad von Oldenburg bekundeten, dass die Vorsteher des Hauses dem dortigen Kappelan Dethard Smutte und seinen Nachfolgern Renteneinkünfte von acht Mark als jährliches Einkommen zu überwiesen hätten, der Überschuss sei zum Nutzen der Armen bestimmt. Der Orden der Brüder vom Heiligengeist gewann neben anderen Orden überregionale Bedeutung für die Weiterentwicklung des Hospitalwesens. Somit entstand in Oldenburg eine wohltätige Stiftung (Heiligengeistspital) als Krankenhaus und Alters- und Pflegeheim für die ärmere Bevölkerung. 1467/68 folgte der markante gotische Backsteinturm. Der Turm war der erste Kirchturm in der Stadt, da die St. Lambert-Kirche damals nur ein niedriges Glockenhaus besaß. Der Komplex bestand im Mittelalter aus drei Teilen: Armenhaus zum heiligen Geist, Kapelle und Turm mit damals noch gotischem Helm. Das benachbarte, später angelegte Stadttor erhielt deswegen auch die Bezeichnung „Heiligengeisttor“. Es wird vermutet, dass das Armenhaus bereits im Mittelalter geschlossen wurde (es gibt keine Urkunden mehr). Nach der Reformation wurde die Kapelle verweltlicht (säkularisiert) und das Kirchenschiff diente nicht mehr kirchlichen, sondern weltlichen Zwecken (Wohnraum). Um die laufenden Kosten für den Unterhalt des Komplexes bezahlen zu können, war die Stadt auf weitere Einnahmen angewiesen. Somit wurde der untere Raum des Turmes als Schenke eingerichtet und verpachtet. Der Name Lappan galt ursprünglich, so wird vermutet, den Nebengebäuden, die an das Hauptgebäude angebaut (angelappt) wurden. Heute wird nur der Turm mit diesem Ausdruck bezeichnet.

17. bis 19. Jahrhundert

Der Komplex samt Turm wurde während des großen Stadtbrandes 1676 stark beschädigt. Seine heutige Renaissance-Haube erhielt der Lappan erst 1709 im Zuge des Wiederaufbaus. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt etwa 35 m, die des Unterbaus aus Backstein nur etwa 16 m. Somit ist das Dach höher als der Unterbau. Die im Lappanturm hängende Glocke hängt dort seit 1731. Ihre Inschrift lautet „Gott lasse meinen Klang ergehen zu seines Namens Ehr und Besten dieser Stadt. Anfang des 19. Jahrhunderts wird ein erster geplanter Abriss von Herzog Peter Friedrich Ludwig verboten. Bis 1845 stand etwa 50 Meter vom Lappan entfernt das Heiligengeisttor, eines der fünf Stadttore Oldenburgs. Im Laufe der nächsten Jahre nahm der Verkehr in der Innenstadt stark zu und der Turm wurde zum Engpass und „Steh im Weg“. Wieder geht es um den Abriss. 1853 und 1891 wehren sich engagierte Bürger gegen die Pläne. 

20. Jahrhundert

Im Jahre 1909 wurde der Lappan restauriert, wodurch er seine heutige Gestalt erhalten hat. Die alten Gebäude wurden abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus mit großen Schaufenstern ersetzt. Genutzt wurde es dann über einen langen Zeitraum von der Kunsthandlung Carl G. Oncken (als Hofkunsthandlung 1867 gegründet). Der Lappan diente der Papier- und Kunsthandlung als Geschäfts- Wohn- und Ausstellungshaus. Die erste Ausstellung im Lappan zeigte Werke von Max Liebermann und der Brücke-Maler wie Erich Heckel. Der aus Sachsen stammende Maler und Grafiker Erich Heckel (1883-1970) gehört zu den Wegbereitern einer Revolution in der bildenden Kunst. Der Mitbegründer der "Brücke", für die er 1905 Maler wie Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gewann, gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Expressionismus. Heckel war und ist vor allem für seine frühen blockhaften Holzschnitte bekannt.  Er entwarf ein Plakat für die Kunsthandlung Oncken und machte den Turm, in dem die Ausstellungen stattfanden, sogleich damit berühmt. In großen Lettern prangt der Name „LAPPAN“ unten auf dem Plakat.
Die letzten umfangreichen Renovierungsarbeiten am Gebäude erfolgten 1989 (Erneuerung des Kupferdaches, Ausbesserung der Holzkonstruktion) und 2018 (Sanierung der Innenräume, barrierefreier Zugang). Seit September 2018 beheimatet er die Oldenburg-Info.

Das Hörstück zur Geschichte des Lappan

Das Hörstück zur Geschichte des Lappan ist nicht nur ein Stück über das Gebäude, sondern veranschaulicht, was in rund 670 Jahren Oldenburger Stadtgeschichte so passiert ist. Es nimmt die interessierten Zuhörer mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte. Anna und Alex sind die beiden Figuren, zwei „Reiseführer“, die nicht nur alles über den Lappan erzählen, sondern Euch auch die ein oder andere wichtige Persönlichkeit vorstellen, die mit dem Turm zu tun hatte. Hier können Sie sich das Hörstück als MP3-Datei herunterladen >>

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten für Lappan
Montag09:00–18:00 Uhr
Dienstag09:00–18:00 Uhr
Mittwoch09:00–18:00 Uhr
Donnerstag09:00–18:00 Uhr
Freitag09:00–18:00 Uhr
Samstag10:00–16:00 Uhr
SonntagGeschlossen

Online Bewertungen

zum Lappan

Ich war mit der Beratung zufrieden. Auch das Personal war ausnahmsweise mal freundlichen und nicht…
Anonym
08.12.2018
Der lappan ist ein zentral gelegener Platz in Oldenburg von dem man aus sehr gut in die Innenstadt…
Anonym
08.12.2018
Super bus umsteige stelle.Nur manchmal zu voll
Anonym
04.12.2018
Markant und zentral gelegen. Fremdenverkehrsamt im Gebäude.
Anonym
10.12.2018
Busbahnhof halt. Nicht sehr schön und oft auch dreckig. Aber man kommt super von A nach B. Auf jeden…
Anonym
11.08.2018