Im Rahmen des Abends „Koloniale Kontinuitäten“ beleuchtet Evelyn Kloos die Geschichte des sogenannten „Abessinischen Dorfs“ auf dem Dobben. Wer waren die Menschen, die während der Oldenburger Landesausstellung 1905 dort zur Schau gestellt wurden? Wie wird heute in Oldenburg und auch an anderen Orten, an der die Tournee Station machte, an sie erinnert? Der Vortrag stellt aktuelle Forschungsergebnisse vor und zeigt zugleich bestehende Forschungslücken auf.
Im Anschluss gestalten Prince Kamaazengi Marenga und der Oldenburger Herero-Chor ein Programm aus Musik, Poesie und Spoken Word. Liedeinführungen und poetische Texte schaffen dabei einen Dialog zwischen historischer Aufarbeitung des von Deutschen ausgeübten Völkermords im heutigen Namibia, Erinnerung und künstlerischem Ausdruck. Der Abend findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Koloniale Kontinuitäten statt.
Samstag, 5. September 2026
18.30 Uhr: Vortrag im Denkraum
19.30 Uhr: Konzert des Herero-Chors im Foyer
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.
Wer sich jedoch vorab ein Ticket sichern möchte, kann dieses kostenlos im Onlineshop des Museums buchen.
Kooperationspartner:
Der Arbeitskreis Koloniale Kontinuitäten Oldenburg ist ein freier Zusammenschluss aus verschiedenen Organisationen, Verbänden, Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen.
Wir sind keine homogene Gruppe, sondern kommen selbst aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, wie etwa dem Kulturbereich, der Universität, dem Aktivismus oder der Bildungsarbeit. Einige von uns machen negative Erfahrungen mit Rassismus, andere werden durch Rassismus privilegiert. Außerdem sind wir keine geschlossene Gruppe, sondern ein offener Arbeitskreis, der verschiedene Perspektiven nebeneinanderstehen lassen kann.
Die Zusammensetzung des Arbeitskreises bedingt eine Orientierung an sozialer und ökonomischer Gerechtigkeit, Gemeinsinn und Solidarität. Dabei kommen Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie säkulare und religiöse Perspektiven zusammen. Uns eint die Hoffnung, dass aus der transdisziplinären Zusammenarbeit über unsere Formate eine Wirkung entsteht, die Kultur und Wissenschaft niedrigschwellig erlebbar und verknüpft erfahrbar macht. Unser Ziel ist es, in die Vergangenheit zu blicken, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft verantwortungsbewusst mitzugestalten.
Das Organisationsteam ist ehrenamtlich und hauptamtlich gemischt. Unser breites Spektrum an Professionen, Sichtweisen und Kontakten (Kirchliche Arbeitsfelder, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Aktivismus), ermöglicht es uns, transdisziplinär zu arbeiten.
Kontakt:
Website: koloniale-kontinuitaeten.de Instagram: koloniale.kontinuitaeten E-Mail: info@koloniale-kontinuitaeten.de
Prince Kamaazengi Marenga ist ein Ovaherero-Poet, Spoken-Word-Künstler und Kulturarbeiter aus Namibia, der in Deutschland lebt. In seiner Arbeit setzt er sich durch Poesie, Performance und öffentliche Dialoge mit Erinnerung, Vertreibung, Kolonialgeschichte, Zugehörigkeit und Reparationsgerechtigkeit auseinander.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist er Vorsitzender der Ovaherero-Gemeinschaft in Deutschland und Koordinator für Ovaherero Reparative Justice in Europa. Er hilft dabei, Brücken zwischen Institutionen in Europa und Gemeinden und traditioneller Führung in Namibia zu bauen.
In seinen Performances verbindet er mündliche Überlieferung, historische Reflexion und zeitgenössisches Spoken Word, um Räume für Erinnerung, Begegnung und Transformation zu schaffen.
Weitere Infos zur Reihe “Wer bestimmt was bleibt?” gibt es hier.
