Abbild des Graf Anton Günther von Oldenburg an der Wand des Graf Anton Günther Haus in der Oldenburger Innenstadt., © OTM/ Verena Brandt

Bedeutende Regenten

Oldenburg war bis 1667 Residenz der Grafen von Oldenburg und seit dem späten 18. Jahrhundert der Herzöge und Großherzöge von Oldenburg. Das sieht man der Stadt bis heute an. Zahlreiche Bauten und Einrichtungen in Oldenburg hängen mit dem Residenzcharakter der Stadt zusammen: Das Schloss mit seinen Repräsentationsräumen, die beiden weiteren Stadtresidenzen der Großherzöge Prinzenpalais und Elisabeth-Anna-Palais, der Schlossgarten, die Schlossfreiheit mit Verwaltungsgebäuden, Schlosswache und Peter-Friedrich-Ludwigs-Denkmal erinnern bis heute an Oldenburgs Vergangenheit als Residenz. Auch die St. Lambertikirche in ihrer klassizistischen Umgestaltung, das Oldenburgische Staatstheater als früheres Hoftheater, Wappenschmuck an Häusern und repräsentative Platzanlagen gehören in diesen Zusammenhang. Besonders Graf Anton Günther und Herzog Peter Friedrich Ludwig haben Oldenburg geprägt. 

Graf Anton Günther

Graf Anton Günther von Oldenburg regierte von 1603 an die nordwestliche Grafschaft über einen erstaunlich langen Zeitraum von über 60 Jahren. 1667 verstarb er im Alter von 83 Jahren. Als letzter Oldenburger Graf vor der Dänenzeit wurde er zur Symbolfigur mit bis heute anhaltender Popularität: Schulen, Straßen, Gebäude und Apotheken sind nach ihm benannt. Er machte aus Oldenburg eine Residenzstadt und baute die mittelalterliche Wasserburg zu einem repräsentativen Schloss um. Durch sein diplomatisches Geschick in der Politik, konnte er sein Land weitgehend aus dem 30jährigen Krieg heraushalten. Eine Legende erzählt, Anton Günther habe Wallensteins Feldherrn Graf von Tilly im Dreißigjährigen Krieg vom Überfall auf Oldenburg abhalten können, indem er ihm bei Wardenburg wertvolle Pferde schenkte und einen Abzugsweg durch die Moore verriet. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts betrieb er auch eine florierende Pferdezucht. Die noch heute existierende Zucht des Oldenburger Pferdes ist durch den Grafen begründet. Hoch zu Ross auf seinem Lieblingsschimmel, dem "Kranich" sitzend, ist er in Oldenburg an vielen Orten als Abbild gegenwärtig. Verhandlungsführer beim Westfälischen Frieden war der Oldenburger Mylius von Gnadenfeld, den Graf Anton Günther gesandt hatte. Der Graf hatte eine hervorragende Gefolgschaft. So sandte Graf Anton Günther den Oldenburger Mylius von Gnadenfeld nach Osnabrück, wo er Verhandlungsführer beim Westfälischen Frieden war.  Schließlich war er es auch, der den heutigen Kramermarkt begründete. Fünf Tage lang wurden auf dem Rathausplatz zum Abschluss der Ernte die Erträge verkauft. Die Marktbeschicker waren hauptsächlich Krämer und reisende Händler. Als Graf Anton Günther starb, fiel Oldenburg an Dänemark, weil der Monarch keinen legitimen Nachfolger hatte.

Herzog Peter Friedrich Ludwig

Mehr als vier Jahrzehnte stand Peter Friedrich Ludwig an der Spitze des Herzogtums Oldenburg. Noch heute ist der Staatsmann, Landesvater und Mäzen aus dem Haus Holstein-Gottorp fest im kulturellen Gedächtnis der Region verankert. 1785 nach dem Tode des Herzog Friedrich August von Oldenburg übernahm sein Nachfolger Peter Friedrich Ludwig als Fürstbischof die Regierung in Lübeck und als Herzog und regierender Administrator das Herzogtum Oldenburg. Er siedelte in das Schloss über und machte die Stadt zu seinem Amtsitz. Mit dem Regenten kam eine Reformation. Peter Friedrich Ludwig änderte nicht nur das Verwaltungs- und Rechtswesen, sondern ordnete auch das Armen- und Bildungswesen neu. Er weckte die Stadt aus ihrem Dornröschenschlaf. Seine Amtszeit war gleichermaßen eine Initialzündung für zahlreiche klassizistische Bauten, die noch heute in der Stadt zu bewundern sind. Anfang des 19. Jahrhunderts nahm der damalige Herzog Peter Friedrich Ludwig das Unternehmen „Oldenburger Schlossgarten“ in Angriff und legte den Garten in der Nähe des Schlosses an. Er beauftragte den damaligen Hofgärtner Julius Friedrich Wilhelm Bosse, den Schlossgarten im englischen Landschaftsstil anzulegen. Kennzeichnend waren eine naturähnlich angeordnete Bepflanzung mit Wasserzügen, eine geschwungene Wegführung und der fließende Übergang in die umgebende Landschaft. Schon damals ließ der Herzog die für diese Region typischen Rhododendren anbauen. Noch heute sind sie als die ältesten Rhododendren Deutschlands im Schlossgarten zu bewundern. Doch der Herzog fördert nicht nur die Baukunst und Wissenschaft, sondern auch die Malerei. Er erwarb die Gemäldesammlung des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, den er wenig später gemeinsam mit Ludwig Philipp Strack zum Hofmaler ernannte. Die vormals privaten Großherzoglichen Sammlungen bilden einen wesentlichen Grundstock für das heutige Landesmuseum im Schloss.