Dr. Joachim Tautz wird die Biographie der früheren Namensgeberin des Hauses, Edith Ruß, vorstellen. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit von Edith Ruß als Journalistin in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. Der Referent geht auf die Entnazifizierung und der Frage des Verhältnisses zur NSDAP nach 1945 ein. In diesem Kontext wird auf das Mitgliedswesen der nationalsozialistischen Partei und Fragen des Pressewesens zwischen 1933 und 1945 eingegangen. Abschließend setzt sich Vortrag mit Argumenten auseinander, die während der Auseinandersetzung um die Benennung des Hauses für Medienkunst in der Öffentlichkeit aufkamen.
Joachim Tautz wurde 1953 in Wilhelmshaven geboren. Nach Schulbesuch und Abitur in Oldenburg studierte er in Göttingen, Hannover und Oldenburg Geschichte. Er promovierte mit der Dissertation Militaristische Jugendpolitik in der Weimarer Republik: Jungstahlhelm und Scharnhorst, Bund deutscher Jungmannen. Von 1998 bis 2025 war Tautz als Lehrbeauftragter an den Universitäten Oldenburg und Vechta tätig. Er arbeitete an zahlreichen Museumsprojekten mit. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist die Regionalgeschichte, insbes. im 20. Jahrhundert. Zusammen mit Dr. Mareike Witkowski untersuchte der Referent Straßennamengeber in Wardenburg, Vechta, Cloppenburg und Meppen. Mit seiner Kollegin erstellte er das Gutachten zu Edith Ruß.
