DIe südkoreanische Künstlerin Jane Jin Kaisen hat aus dem Blickwinkel von Koreas kolonialer Vergangenheit über 15 Jahre zur Geschichte der Haenyeo geforscht. Darin wird das Meer zur Bedrohung, aber auch zu einem Versprechen; es ist ein Archiv von Erinnerungen und ein Gefäß für matrilineares Wissen. Die Künstlerin arbeitete mit einer Gruppe von Apnoe-Taucherinnen zusammen, die sich für den Umweltschutz engagieren; gemeinsam mit ihnen entwickelte Kaisen eine Unterwasser-Choreografie, die auf schamanischen Mythen des Meeres beruht.
Die Ausstellung nutzt beide Ebenen des Pulverturms. Sie präsentiert zwei Arbeiten unter der Kuppel des Dachgeschosses und eine Projektion auf dem Boden des unteren Stockwerks, die durch eine kreisförmige Öffnung zu sehen ist – eine vertikale Sichtachse, die beide Welten miteinander verbindet. Die Klanglandschaften der beiden Videos verbinden sich in der einzigartigen, kuppelförmigen Architektur des Pulverturms und erzeugen eine besondere Atmosphäre. Sie erlaubt es dem Publikum, ebenso in die Unterwasserwelt einzutauchen, die in den Arbeiten zu sehen ist, wie auch in die Architektur des Ausstellungsorts.