Mit der katholischen Missionierung in Afrika wurden auch europäische Moralvorstellungen importiert. In einem Vortrag soll es um den Einfluss der katholischen Orden und Missionare auf traditionelle soziale, religiöse und familiäre Strukturen in Afrika gehen. Polygamie, Ahnenverehrung, rituelle Initiationen und indigene Heilpraktiken wurden bekämpft und durch monogame Ehe, christliche Sexualethik, europäische Geschlechterrollen und neue Erziehungsmodelle ersetzt. So kam es zu tiefgreifenden sozialen Spannungen, der Schwächung lokaler Autoritäten und kultureller Entfremdung, während gleichzeitig neue christliche Eliten entstanden, die politische und gesellschaftliche Entwicklungen nachhaltig prägten.
Zu Gast ist Dr. phil. Daniela Kalscheuer. Sie studierte Dramaturgie an der Universität München und der Theaterakademie August Everding und promovierte mit Unterstützung des Cusanuswerks zum deutschnationalen und nationalsozialistischen Weltkriegsfilm. Seit 2014 ist sie Studienleiterin an der Katholischen Akademie Rabanus Maurus in Frankfurt a. M. für die Bereiche Interkulturelles und Zeitgeschichte mit den Schwerpunkten auf Postkolonialismus und Erinnerungskulturen.
Die Reihe des Arbeitskreises Koloniale Kontinuitäten wird u.a. organisiert von der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, dem Cine k, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und dem Landesmuseum Natur und Mensch.
