In seinem Vortrag geht Marcus Kenzler einleitend auf seine Forschungstätigkeit ein und schildert wesentliche Methoden und Herausforderungen der Provenienzforschung. Schwerpunktthema ist die „Kunst im Nationalsozialismus“, wobei zunächst die ideologische Vereinnahmung der Kunst und entsprechende kunstpolitische Maßnahmen geschildert werden. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen dabei das nationalsozialistische Kunstverständnis. Die Ausstellung Entartete Kunst, die ab Juli 1937 in München gezeigt wurde, war dagegen Ausdruck der Diffamierung moderner Kunst und zog eine systematische Beschlagnahmungswelle in deutschen Museen nach sich. Am Landesmuseum Oldenburg wurden u.a. Arbeiten von Jan Oeltjen und Elsa Oeltjen-Kasimir beschlagnahmt – beide schufen in den Folgejahren auch propagandistisch angelegte Werke für das NS-Regime. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler wurde 1972 in Hannover geboren, er studierte Kunstgeschichte, Kunstvermittlung, Politikwissenschaft und Medienwissenschaft an der Universität Hildesheim und wurde mit einer Dissertation zur Kunst in der DDR promoviert. Seit 2011 ist er als Kustos für Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte am Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg tätig. Auf einen langjährigen Lehrauftrag für Provenienzforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg folgte 2024 die Ernennung zum Honorarprofessor an der Fakultät III der Universität Oldenburg.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg.
