Ansicht von Statuen im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte., © OTM/ Verena Brandt

Von den Anfängen

Eine alte Burg

Der Name der Stadt bzw. des Oldenburger Landes ist abgeleitet vom Namen einer Burg: Eine Urkunde von 1108 nennt erstmals einen Ort oder eine Burg in Form eines altsächsischen Begriff namens "Aldenburg" (Alte Burg). Diese erste urkundliche Erwähung bezieht sich auf Graf Egilmar von Oldenburg, der einen Vertrag mit den Mönchen des Klosters Iburg beschloss. Es wurde vereinbart, dass regelmäßig für das Seelenheil der Angehörigen des Oldenburger Grafenhauses gebetet wird. Dafür erhielten die Mönche jährlich neunzig Bund Aale, die in Oldenburg an die Boten des Klosters übergeben wurden. Unklar ist, ob damit schon der Ort gemeint ist, wo heute das Oldenburger Schloss steht oder sich der Name auf eine frühmittelalterliche Burganlage bezieht, deren Überreste etwa 2 bis 3 Kilometer weiter westlich im Jahre 2007 entdeckt wurden. Betrachtet man den Zeitraum des Wortes Oldenburg, so bezog er sich früher überwiegend auf Stadt und Land. "Burg" ist eine alte Bedeutung für Stadt. Sie erfüllte die Funktion, die Städte
als Zentren von Handel, Tourismus, Politik und Kultur noch heute erfüllen. 

Moor, Geest und Marsch

Das große Gebiet des Oldenburger Landes unterteilt sich in die Landschaftsformen Marsch, Geest und Moor. Jede hat besondere Eigenschaften. Auf der fruchtbaren Marsch konnte Vieh gehalten werden, die karge Geest war frühes Siedlungsland und zum Anbau von Gerste geeignet, eine der ersten kultivierten Getreidesorten überhaupt. Die Spezialisierung der Gebiete bedingte Austausch und Handel, aber auch die Eigenständigkeit. Bis in das 20. Jahrhundert wurde zwischen Marsch und Geest nicht geheiratet. Das Moor spielt eine besondere Rolle. Das Hochmoor ist heute kaum noch zu spüren, aber über Jahrtausende war es eine natürliche Grenze, die zwar das Leben hier nicht besonders schön gestaltet hat, aber dafür Fremde fern hielt. 
Im engeren und weiteren Raum des Oldenburger Landes siedelten zur Zeit der Römer Stämme, die sich zum Teil heute noch so nennen: die Chauken, die Friesen, die Ammerländer und etliche mehr. Sie wurden zu den Sachsen, deren oberer Teil heute Niedersachsen heißt. "Nieder" ist plattdeutsch und bedeutet "oben". 

Das Haus Oldenburg

Um 1149 war die Aldenburg nachweislich herrschaftliche bewohnt, denn urkundlich gibt es einen Grafen, der sich nach ihr benennt. Christianus de Aldenburg. Sie war und blieb über einen langen Zeitraum wichtigste Residenz für ihn und seine Nachkommen. Christian I. wurde im Februar 1426 in Oldenburg geboren und begründete als König von Dänemark, Norwegen und Schweden die dänische Königsdynastie aus dem Haus Oldenburg. Er war zugleich Herzog von Schleswig und Holstein. Das Haus Oldenburg ist somit eines der bedeutendsten Geschlechter des regierenden europäischen Hochadels. Die Großherzogliche Linie von Oldenburg ist die älteste überlebende Linie.