Innenansicht der Gertrudenkapelle., © OTM/ Thorsten Ritzmann

Gertrudenkirchhof

„O ewich is so lanck“ - mit diesem Zitat werden die Besucherinnen und Besucher auf dem Getrudenfriedhof empfangen. Nördlich der Innenstadt gelegen gibt es diesen Friedhof seit dem Mittelalter. Die Menschen, die seitdem hier beerdigt wurden, haben die Stadt Oldenburg durch ihr Leben mitgeprägt. Zwischen alten Linden, Eichen und Blutbuchen finden sich in dieser sehenswerten Parkanlage etwa die Gräber des Künstlers Horst Janssen, des Mediziners Dr. Wilhelm Schüßler, der Sozialpädagogin Edith Ruß sowie das Großherzoglichen Mausoleum. Der Gertrudenkirchhof beherbergt zugleich die größte regionale Sammlung historischer Kunstdenkmäler und Skulpturen. Mit der Regierungszeit von Herzog Peter Friedrich Ludwig wurde der Friedhof in der Stadt neben der St. Lamberti-Kirche aufgelöst und auf den Gertrudenkirchhof verlegt. Ab dann ließen sich auch viele reiche, wichtige und bedeutende Menschen dort beisetzen, um fernab vom städtischen Treiben die letzte Ruhe zu finden. 

Gertrudenkapelle

Die Gertrudenkapelle ist die älteste Kirche und das einzige erhalten gebliebene mittelalterliche sakrale Bauwerk der Stadt. Mit dem Bau der Kapelle zur Heiligen Gertrud, Helferin der Kranken, Gefangenen und Pilgerwurde, wurde im Jahre 1250 begonnen. Erwähnt wird sie erstmals 1345 das Siechenhaus beim Gertrudenfriedhof. Genutzt wurde sie als Bethaus, damit Verstorbene aus dem Siechenhaus nebenan christlich und ordentlich beerdigt werden konnten. Etwa 1480 wurde die Kapelle dann so umgebaut, wie sie heute zu sehen ist. Von innen wurden wunderschöne Bilder zum Thema Gertrudenlegende und dem Jüngsten Gericht in die Gewölbe gemalt. Das Deckengewölbe hat vier Felder, auf denen das Weltgericht, die Höllenqual der Verdammten, die Auferstehung der Toten und das Leben der Seligen zu sehen sind. Durch einen Brand in den 1980er Jahren wurden die Wandgemälde zerstört und konnten leider nicht wieder ganz hergestellt werden. 

Das Mausoleum

Das imposanteste Grabmal ist sicherlich das Mausoleum. Es bildet zusammen mit verschiedenen benachbarten Monumenten ein Ensemble klassizistischer Grabmalskunst. Herzog Peter Friedrich Ludwig ließ es im Jahre 1785 bauen, als seine geliebte Frau Frederike starb.  Seinerzeit war das Mausoleum das modernste Gebäude der Stadt, denn die St. Lamberti-Kirche wurde erst kurz danach neu gebaut. Den Oldenburger Bürgern gefiel es aber nicht, denn sie wollten alle Barock und Schnörkel; das Mausoleum aber war völlig schlicht und erinnerte ein ganz klein wenig an einen griechischen Tempel ohne Säulen. Später wurden alle gekrönten Häupter aus Oldenburg dort beigesetzt. Im Jahr 2014 fand Herzog Anton Günther von Oldenburg seine letzte Ruhe im Mausoleum unter Anteilnahme des europäischen Adels. Leider darf niemand das Mausoleum von innen besuchen, der nicht zur Familie gehört. 

Die Sage von der Gertrudenlinde

Der Sage nach wurde die Linde von einem Mädchen gepflanzt, das für einen Diebstahl erhängt wurde, den es gar nicht begangen hat. Am Galgen rief sie, man solle einen Lindenzweig für sie verkehrt herum in die Erde stecken und wenn es zu einem Baum wächst, solle das ein Zeichen für ihre Unschuld sein. Geholfen hat ihr das leider nichts, aber der Baum ist eine schöne und alte Linde geworden. 1960 wurde ein Ableger von der uralten Linde neu gepflanzt und die neue Linde steht nun dort am Eingang des Gertrudenkirchhofs.

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Mein Bruder und meine Eltern liegen dort seit 1969, 1996 und 1999. Wir wohnten bis 1966 gegenüber…
Anonym
10.11.2017
Immer wenn ich mal in Oldenburg bin, besuche ich in dieser wohlgepflegten Anlage die Gräber meines…
Anonym
21.12.2016