Parzival

11.09.2020 - 11.09.2020

von Katrin Lange
Nach Motiven des Romans von Wolfram von Eschenbach
ab 12 Jahren

Als Parzival zufällig auf drei Ritter trifft, dämmert es ihm,dass alles das, was ihm seine Mutter von der Welt erzählt hat, nicht stimmen kann. Verwirrt verlässt er Hals über Kopf das behütete Tal seiner Kindheit und gerät in eine kriegerische Welt voller Schuld, Liebe, Gewalt und Tod. Fieberhaft suchen die Menschen dort nach dem einen heldenhaften Ritter, der alles wieder in Ordnung bringen kann. Der muss nicht mal besonders tapfer sein, es reicht ein wenig Mitleid für einen verletzten König namens Anfortas in Form zweier schlichter Fragen: „Wie geht es dir? Kann ich dir helfen?“ Bevor Parzival begreift, dass er dieser Retter sein muss, irrt er durch die pubertäre Hölle, die auch Rittern nicht erspart bleibt. Er eifert zweifelhaften Vorbildern nach, macht erste Erfahrungen mit Mädchen, geht in die Lehre. Aus dem Landei wird ein Halbstarker mit einer Rüstung. Bis er erwachsen genug ist, um Gralskönig zu werden, muss er noch eine Menge Rückschläge und Krisen meistern und so etwas wie ein Gewissen entwickeln. Es ist ein langer Weg, bis er zu einem moralischen Wesen wird.
Vor über 800 Jahren starb Wolfram von Eschenbach, der mit ‚Parzival‘ ein Monumentalwerk schuf, das zu den bedeutendsten Dichtungen des deutschen Mittelalters gehört und in seiner Kernaussage nichts an Aktualität verloren hat.