Infrahauntologies

03.08.2021 - 03.10.2021

„Manche Perspektiven auf die Welt setzen sich auch deshalb durch, weil sie in bestimmte Systeme, Technologien und Infrastrukturen der gebauten Umwelt eingebettet sind und von diesen verbreitet werden. Daher regt sich Widerstand gegen die verbreitete Vorstellung, wir seien zum Leben in einer Art ewigen Gegenwart verurteilt – ohne Möglichkeit, eine andere, gerechtere Zukunft zu gestalten“, sagt der Kurator Bassam El Baroni und fügt hinzu: „Infrastrukturen werden als ein innovatives Medium gesehen, das neue Sichtweisen eröffnen könnte. Die Kunst versucht, Auswege aus einer ‚abgesagten Zukunft‘ aufzuzeigen: Sie entwirft spekulative Modelle, entwickelt neue Vorschläge für Systeme und Infrastrukturen und versucht, aus dieser Position die enormen Herausforderungen der Gegenwart zu thematisieren – wie etwa die zunehmende Finanzialisierung der Wirtschaft und den rasanten Klimawandel.“ Eine entscheidende Frage, die mehrere Arbeiten in „Infrahauntologies“ aufwerfen, lautet: Wie kann die Finanzialisierung und Digitalisierung genutzt werden, um gerechtere Verhältnisse herzustellen und bislang verschlossene Möglichkeiten zu eröffnen?

 

Die Ausstellung hebt mit ihren Videoarbeiten und Installationen Tendenzen der Kunst hervor, die sich mit der Geschichte von Infrastrukturen beschäftigen; sie entwickeln spekulative Gegenentwürfe für künftige Infrastrukturen und nutzen Fiktionen als entscheidendes Element, um in hegemoniale Verflechtungen der Infrastruktur einzugreifen. „Diese sich überlagernden Tendenzen können als ‚infrastrukturelle Spekulation‘ und ‚infrastrukturelle Neubewertung‘ bezeichnet werden“, sagt der Kurator und erläutert: „Im ersten Fall richten sich die künstlerischen Kompetenzen auf eine Veränderung bereits bestehender Infrastruktur-Szenarios; dazu sollen die in heutigen Technologien schlummernden Möglichkeiten fantasievoll umgenutzt werden. Im zweiten Fall beschäftigen sich die Kunstschaffenden mit dem Vermächtnis gescheiterter Megaprojekte; sie versuchen, die damit einmal verbundenen Ziele, Modelle und Probleme zu erkennen und nutzbar zu machen, um aus dem Kollaps zu lernen.“

Weitere Informationen

Termine


  • 03.08.2021 - 03.10.2021 ab 14:00 Uhr

Eintritt


Freier Eintritt bis einschließlich 15.09.2021.

Ab 16.09.2021 Eintritt regulär 2,50 Euro, ermäßigter Eintritt 1,50 Euro.

Weitere Informationen zu Gruppenermäßigungen und freiem Eintritt erhalten Sie zu den regulären Öffnungszeiten unter Tel. 235 3353.

Kontakt


Edith-Russ-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23
26121 Oldenburg
0441/235-3208
info@edith-russ-haus.de
http://www.edith-russ-haus.de

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