Julius Lorscheider | Virginal & künstlerische Leitung, © privat

Emma Kirkby & Musica getutscht

Emma Kirkby // Sopran, Christian Volkmann // Tenor, Nina Böhlke // Alt, Sönke Tams Freier // Bass, Julius Lorscheider // Virginal & künstlerische Leitung, Bernhard Reichel // Laute & künstlerische Leitung

Im Jahr 1407 erschien mit dem „Livre de la Cité des Dames“ (Buch von der Stadt der Frauen) der Autorin Christine de Pizan die erste feministische Utopie der europäischen Literatur. Es fungierte als Ausgangspunkt der epochen- und länderübergreifenden „Querelle des Femmes“ – der Kritik an der vorherrschende Geschlechterordnung. Die mit der Autorin identisch gedachte Ich- Erzählerin berichtet dabei, wie ihr in ihrer Wut und Verzweiflung drei vornehme Damen erscheinen: die Vernunft, die Rechtschaffenheit und die Gerechtigkeit. Diese machen ihr Mut und verkünden den Bau einer Stadt der Frauen, die eine Zuflucht bieten solle vor den Verleumdern und Hassern des weiblichen Geschlechts.

Etwa 200 Jahre später wird die blutjunge Elizabeth zur Königin Englands gekrönt. In ihrer Rolle als Monarchin wird ihr das spätmittelalterliche Buch zu einem Leitfaden im Umgang mit der damalig vorherrschenden Misogynie. Als ständige Mahnung diente ihr eine eigens angefertigte Tapete mit Motiven des Werks Christine de Pizans. Anlässlich der Regentschaft Elizabeths bekam die „Querelle“ erneuten Aufschwung: Zahlreiche Autorinnen wie Emilia Lanier und Isabella Whitney verfassten protofeministische Streitschriften als Antwort auf zahlreiche frauenfeindliche Tiraden, die Elizabeth erdulden musste.

Weitere Informationen

Termine


  • 20.08.2022 ab 19:30 Uhr

Veranstalter


Dreifaltigkeitskirche
Cloppenburger Str. 17
26135 Oldenburg

Eintritt


  • frei
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