Denkmal Peter Friedrich Ludwig auf dem Schlossplatz mit Blick zum Schloss. Das Foto entstand im Rahmen des Fotoprojektes echt.Oldenburg., © Matthias Knust / OTM

Matthias Knust

Matthias Knust wurde 1971 in Oldenburg geboren. Nach diversen Assistenzen, u.a. bei Fotografen im Ausland, schloss er im Jahr 2000 seine Ausbildung zum Fotografen-Gesellen ab. Seit 2004 ist er Fotografenmeister. Heute lebt er in Oldenburg als selbstständiger Fotograf und Inhaber einer Werbeagentur für Online-Marketing und Video. Schwerpunkt ist die Werbefotografie. Außerdem startete er 2017 das Netzwerk oldenburgist.de zur Unterstützung sozialer Einrichtungen. 

www.matthiasknust.de 

Matthias' Projektidee

"Echt Oldenburg" bedeutet für mich... "mit der Kamera zu spielen. Deshalb genieße ich dieses Projekt besonders. Es geht nur um Fotografie. Sonst nichts. Ich finde es großartig, dass nicht nur Fotografen aus Oldenburg teilnehmen, sondern aus ganz Deutschland. Und damit meine ich nicht den Wettbewerb untereinander, sondern die verschiedenen Sichtweisen auf die Stadt. Jeder hat die Möglichkeit, frei zu fotografieren, ohne dass Themen vorgegeben werden und dadurch die Kreativität gehemmt wird. Ich habe mich treiben lassen." Für das Fotoprojekt echt.Oldenburg hat Matthias Knust sowohl Architektur als auch Menschen eingefangen. Mit seiner Sichtweise eröffnet er besondere Perspektiven.

Fotografen-Interview

Matthias Knust liebt den Kontrast

„Echt Oldenburg“ – das ist Matthias Knust, denn der Berufsfotograf lebt und arbeitet nach einigen Jahren im Ausland wieder in seiner norddeutschen Heimat. Mit Alisa Zöltsch von der Mediavanti GmbH war er in der Stadt unterwegs, um ihr seine persönlichen Highlights zu zeigen.

Moin Matthias, wie nimmst du deine Heimatstadt als gebürtiger Oldenburger wahr?

Matthias Knust: Ich habe mich immer gefragt, was Oldenburg für mich bedeutet. Beruflich bin oft unterwegs und habe besonders in jüngeren Jahren das urbane Umfeld gesucht. Mittlerweile schätze ich besonders die Ruhe. Ich sehe meine Heimatstadt als Ort der Entschleunigung, die aber auch gerne zur alternativen Szene gehören möchte. Nach meiner Zeit in Hamburg, Berlin und New York finde ich das besonders spannend: Man merkt, dass sich etwas bewegt. Die Menschen werden experimenteller, vor allem die jüngere Generation. Dafür ist der Theaterhafen das beste Beispiel. Er hat Menschen verschiedenster Kulturen und gesellschaftlicher Schichten zusammengebracht. Ich hoffe, dass Oldenburg sich weiter in diese Richtung entwickelt.

Sind diese zwei Seiten der Stadt auch der Grund, weshalb du bei „Echt Oldenburg“ mitmachst?

Knust: Das hat mich auf jeden Fall gereizt. Ich finde es großartig, dass nicht nur Fotografen aus Oldenburg teilnehmen, sondern aus ganz Deutschland. Und damit meine ich nicht den Wettbewerb untereinander, sondern die verschiedenen Sichtweisen auf die Stadt. Jeder hat die Möglichkeit, frei zu fotografieren, ohne dass Themen vorgegeben werden und dadurch die Kreativität gehemmt wird.  

Für welche Themen und Motive begeisterst du dich in der Fotografie besonders?

Knust: Gastronomie finde ich sehr spannend. Ich habe in der Vergangenheit oft für nationale und internationale Hotelketten gearbeitet. Dabei habe ich mich besonders auf Image- und Food-Fotografie konzentriert. Ich kann in diesen Bereichen viele Erfahrungen sammeln und darf auch hin und wieder probieren (lacht). Die Oldenburger Gastronomieszene ist zurzeit besonders umtriebig. Es gibt viele junge Unternehmen, die die etablierte Szene ein bisschen aufmischen.

Wie bist du eigentlich zur Fotografie gekommen? 

Knust: Ich wollte immer Fotograf werden. Als junger Erwachsener bin ich nach meiner Ausbildung zum Raumausstatter in die Rucksacklaune gekommen und quer durch Europa gereist. Im Jahr 1997 kam dann der ausschlaggebende Punkt: Ich bin von Amsterdam nach New York City geflogen und hatte eine kleine Spiegelreflexkamera von meinem Vater dabei. Ich hatte genau zehn schwarz-weiß Filme zur Verfügung – nach meiner Reise habe ich dafür eine Menge Lob bekommen. Damit war es um mich geschehen und ich wollte mich endgültig an die Berufsfotografie wagen. Nach meinem Meisterabschluss habe ich immer mehr Aufträge bekommen und mittlerweile meine eigene Werbeagentur gegründet. Tja, und jetzt sitze ich hier und mache sogar als Berufsfotograf bei „Echt Oldenburg“ mit (lacht).

Was hat dich für dieses Projekt inspiriert?

Knust: Ich habe mich treiben lassen. Bisher habe ich noch keine einzige meiner Aufnahmen gesehen. Ich möchte mich selbst überraschen. Zu analogen Zeiten musste man erst den Film herausnehmen, in die Dunkelkammer gehen, einfädeln und durch die Entwicklung laufen lassen. Erst dann war das Ergebnis sichtbar. Das lasse ich mit diesem Projekt wiederaufleben.
 
Ist das beim Fotografieren immer deine Vorgehensweise?

Knust: Leider nicht. Da ich kommerziell arbeite, prüfe ich die Ergebnisse bereits während des Shootings am Monitor. Wenn ich einen Auftrag im Ausland hatte, kann ich nicht wieder zurückfahren, falls die Motive misslungen sind. Deshalb muss alles beim ersten Anlauf sitzen. Wenn ich für einen Kunden fotografiere, dann ist die Kamera mein Werkzeug, das eine Aufgabe erfüllt. Bei „Echt Oldenburg“ kann ich mit der Kamera spielen. Deshalb genieße ich dieses Projekt besonders. Es geht nur um Fotografie. Sonst nichts.

Vielen Dank, Matthias. Wir wünschen dir viel Erfolg bei „Echt Oldenburg“.