Janina Rahn

Janina Rahn, geboren 1983 in Bremen, hat heute ein Fotostudio in Oldenburg. Nach einer Ausbildung zur Fotografin in Verden, die sie 2006 erfolgreich beendete, folgte 2009 ein fünfjähriges Studium „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ an der Hochschule Hannover. Seit 2014 ist sie als freie Fotografin für Tageszeitungen, Magazine und Unternehmen tätig. Sie liebt besonders die kleinen Themen vor der Haustür und widmet sich diesen immer wieder in Form von Dokumentarfotografie und Reportagen. Ihre Bilder waren bereits in einigen Ausstellungen zu sehen.

www.fotostudio.jarahn.de

http://jarahn.de/

Fotografen-Interview

Eintauchen in fremde Lebenswelten

Janina Rahn ist professionelle Fotografin. Während sie für die Nordwest-Zeitung in die Rolle der klassischen Fotojournalistin schlüpft, experimentiert sie in ihrem eigenen Studio gern mit verschiedenen Formaten der Reportagefotografie. Für das Fotoprojekt echt.Oldenburg wählt sie ein Herzensthema: Sport.

Hallo Janina! Was bedeutet dir die Fotografie?

Janina Rahn: Da muss ich weiter ausholen (lacht), denn ich bin mit der Fotografie groß geworden. Meine Mutter hatte nämlich immer und überall eine Pocket-Kamera dabei. Von sämtlichen Gebäuden und Blumen mussten Fotos gemacht werden. Damals hat mich das total genervt. Nach meiner Fachoberschulreife wusste ich nicht, was ich machen sollte. Ich wusste nur: Etwas Kreatives soll es sein. Weil ich aber nicht fündig wurde und auch noch nicht studieren wollte, habe ich mich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr entschieden. Ich hatte immer schon einen Hang zur Biologie und Zoologie. In der Lüneburger Heide habe ich dann in der Wildtierforschungsstation gearbeitet und Forschungsarbeiten fotografisch begleitet. Mit dem Rad in der Natur herumzufahren und einfach zu fotografieren, hat mir riesigen Spaß gemacht. Und genau dadurch kam der Wunsch, Fotografin zu werden. Gar nicht so einfach, denn damals schon waren die Ausbildungsplätze knapp. Trotzdem: Ich wollte es.

Und so kamst du von der Wildtierforschung zur Fotografie. Wie ging es weiter?

Rahn: Meine Ausbildung habe ich in dem Verdener Portraitstudio gemacht. Nach drei Jahren im Studio wollte ich dann raus den dunklen Innenräumen. So kam ich dann zur Neugeborenenfotografie. Obwohl ich angestellt war, fühlte es sich fast an wie eine Selbstständigkeit: Akquise, Verkauf, Abrechnung – alles lag bei mir und hat mich persönlich sehr viel weitergebracht. Danach war ich auf der Suche nach neuen fotografischen Herausforderung. Weil ich schon immer gern das National Geographic gelesen habe, ist der Wunsch gewachsen, selbst solche großen Reportagen zu machen.

Da schließt sich der Kreis: Das passt ja perfekt zu deinem FÖJ.

Rahn: Genau. Bei meiner Recherche bin ich auf den Studiengang „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ in Hannover gestoßen. Dort bin ich zur Mappenberatung gegangen, wurde zum Eignungstest eingeladen – und dann: eine Zusage. 2014 habe ich meinen Abschluss gemacht.

Seitdem bist du auch in der Pressefotografie tätig.

Rahn: Richtig. Während meiner sechsmonatigen Hospitanz beim Weser Kurier in Bremen bin ich dazu gekommen – und mache das immer noch. Mittlerweile fotografiere ich auch für die Nordwest-Zeitung in Oldenburg. Seit letztem Jahr habe ich auch ein eigenes Studio in Oldenburg, wo ich an Reportagen arbeite und Unternehmensfotografie mache.

Und an Reportagen hast du dein Herz verloren?

Rahn: Ja! Ich liebe es, in fremde Lebenswelten einzutauchen. Wer macht das schon? In keinem klassischen Bürojob erlebt man so viel. Ich treffe spannende Leute, lerne Dinge kennen, mit denen ich sonst niemals in Berührung kommen würde – und das macht einfach unheimlich viel Spaß. Natürlich sind die Arbeitszeiten manchmal knallhart, wenn ich erst um 22:00 Uhr zuhause bin – aber die vielen intensiven Eindrücke gleichen das definitiv aus.

Für echt.Oldenburg hast du außergewöhnliche Sportarten fotografiert– wie kam die Idee dazu?

Rahn: Ich betreibe selbst seit diesem Jahr einen eher ungewöhnlichen Sport: Damen-Football. Viele Sportarten wie Baseball oder Cricket kennt man – aber in Oldenburg? Ja! Das fotografisch zu dokumentieren, fand ich unheimlich spannend. Klassischerweise werden Sportbilder mit Teleobjektiven fotografiert. Das wollte ich nicht. Mit einem Weitwinkel oder Normalobjektiv ganz nah dran gehen und aus unterschiedlichen Perspektiven fotografieren, war meine Idee. Meistens mache ich auch viel zu viele Bilder. Aber ich höre erst auf, wenn ich das Gefühl habe: Jetzt habe ich es!

Was hat dich bewogen, bei diesem Fotoprojekt mitzumachen?

Rahn: Ich bin immer neugierig und probiere gern Neues aus. Ich finde es klasse, Oldenburg von einer anderen Seite zu zeigen und die Stadt auch für mich neu zu entdecken.

Was ist für dich denn echt.Oldenburg?

Rahn: Das „Moin!“. Für mich ist das ein absolutes Symbol der Verbundenheit hier in Oldenburg. Ob man sich kennt oder nicht – Moin geht immer. Die Stadt ist für mich urban und trotzdem dörflich. Ein absoluter Wohlfühlort, an dem ich mich sehr heimisch fühle.

Danke Janina!